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Fleischerhandwerk im Wandel der Zeit

Der Fleischer, oft auch Metzger oder Schlachter genannt, ist einer der älteren Handwerksberufe. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass man in diesem Beruf Fleisch- und Wurstwaren herstellt und verarbeitet und dabei in

einer Fleischerei oder in einem Schlachthof tätig ist. In den vergangenen Jahren hat sich dieses Berufsbild jedoch stark gewandelt. An Stelle des vorrangigen Schlachtens ist heute die Veredelung von Fleisch getreten. In modernen Schlachtbetrieben und Fleischereien wird immer wieder festgestellt, dass sich die allgemeinen Vorstellungen von Außenstehenden erheblich von der Realität unterscheiden.

 

Zur Erinnerung: Unter der Schirmherrschaft von Landrat Harald Zanker, mit der Unterstützung von Schulleiter Peter Ewert, dem Regionalmanagement Unstrut-Hainich sowie vier regionaler Unternehmen der Lebensmittelbranche (Kaufland Fleischwaren GmbH, Dün-Fleisch GmbH, Fleischmarkt Aschara GmbH, der Mühlhäuser Fleisch GmbH) wurde während der Bildungsmesse im April 2010 eine neue Strategie entwickelt. Das wichtigste Ziel dabei ist es, die Berufsbilder Fleischer/in, Fachkraft für Lebensmitteltechnik und Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk Fachrichtung Fleisch langfristig und über die komplette Dauer der Ausbildungszeit in den vorhandenen Fachkabinetten der Beruflichen Schulen zu lehren.

 

Junge Menschen sollen durch berufliche Perspektiven an ihre Heimatregion gebunden und das moderne Berufsbildungszentrum ausgelastet werden. Aufgrund der Spezialisierung und der vorgegebenen Klassenstärke mussten bislang nach dem ersten Lehrjahr die betreffenden Azubis nach Gotha wechseln.

 

Im Folgenden sollen Besonderheiten der vorgenannten Berufe skizziert werden :

 

In der dualen Berufsausbildung zum Fleischer, die über drei Jahre in der Berufsschule und dem Ausbildungsbetrieb absolviert wird, kommt es vor allem auf Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein an. Im Umgang mit Lebensmitteln steht Hygiene stets im Vordergrund. Auch Kenntnisse der Biologie (z.B. beim Bewerten der Fleischqualität) und Mathematik (z. B. beim Ausrechnen der Mengenverhältnisse beim Würzen) sind erforderlich. Fleischer zu sein ist weit aus mehr, als Tiere zu schlachten und sie zu Wurst oder Fleischwaren zu verarbeiten. Es bedeutet auch kochen zu können, Kunden zu beraten, Waren anschaulich in der Thekenauslage herzurichten, für den Imbiss und Partyservice Vorbereitungen zu treffen und vieles mehr. Der Arbeitsort kann sowohl ein Fleischgroßmarkt als auch ein Einzelhandelsgeschäft sein.

 

Als Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Fleischerei ist weitaus mehr zu leisten, als nur Ware gegen Geld zu tauschen. Fachwissen und Kreativität sind ebenso gefragt; wie Kunden über Verwendungsmöglichkeiten und Inhaltsstoffe zu informieren, Waren ansprechend zu präsentieren, Imbisse vorzubereiten oder für Ordnung und Sauberkeit im Verkaufsraum zu sorgen. Nach erfolgreichem Abschluss der dreijährigen Ausbildung im dualen System kann man in Fleischereien und Einzelhandelsgeschäften Arbeit finden. Mit einer freundlichen Ausstrahlung und guten Mathe- und Deutschkenntnissen bringt man erste gute Voraussetzungen zum Erlernen dieses Berufes mit.

 

Zunehmende Bedeutung kommt dem Berufsbild: Fachkraft für Lebensmitteltechnik zu. Auch wenn es nicht verlockend klingt, in einer Produktionshalle beschäftigt zu sein, haben Facharbeiter nach ihrer dreijährigen Ausbildung eine enorme Verantwortung und ein weites Aufgabenfeld abzudecken. Als Fachkraft für Lebensmitteltechnik stellt man aus unterschiedlichsten Rohstoffen mithilfe von Maschinen und Anlagen zum Beispiel Feinkost oder Erfrischungsgetränke her. Waren sind zu prüfen und an nachfolgende Abteilungen weiterzuleiten, Maschinen sind einzurichten und Prozesse vorzubreiten. Da alle Vorgänge bis zur Verpackung des Endprodukts regelmäßige geprüft und überwacht werden, muss der Angestellte in diesem Bereich besonders verantwortungsbewusst und sorgfältig arbeiten. Mathematik und Chemie sollte den angehenden Fachkräften keine großen Schwierigkeiten bereiten und das persönliche Interesse wecken.

 

Diese drei Berufsbilder im Lebensmittelbereich werden mit dem kommenden Ausbildungsjahr 2010/2011 an den Beruflichen Schulen unterrichtet. Künftige Schulabsolventen, die sich für die vorgestellten Berufsbilder interessieren, können sich auf der Internetseite des Regionalmanagements unter www.regionalmanagement-uh.de/Projekte/bildung.htm über die aktuellen Ausbildungsmöglichkeiten der heimischen Unternehmen informieren.

 

Ulrike Theune

Pressestelle