B 247: Offizieller Baubeginn für den Aus- und Neubau zwischen Mühlhausen und Bad Langensalza

Mit dem heutigen Baubeginn starten bei Bollstedt und Großengottern offiziell die Arbeiten für den Ausbau der B 247 zwischen Mühlhausen und Bad Langensalza in Thüringen. Bei dem Projekt, das in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) realisiert wird, handelt es sich um das bundesweit erste ÖPPProjekt im Zuge einer Bundesstraße. Es umfasst mit einer Länge von 24,4 Kilometern unter anderem den Neubau der Ortsumgehungen Mühlhausen, Höngeda, Großengottern und Schönstedt sowie deren teilweisen Betrieb und die Erhaltung über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Ausbau soll Mitte 2025 abgeschlossen werden.


Die Bund/Länder-Projektgesellschaft DEGES, die vom Freistaat Thüringen in Vertretung des Bundes mit der Projektrealisierung beauftragt ist, hatte den Zuschlag für das ÖPP-Projekt am 20. Juli 2021 nach einem europaweiten Vergabeverfahren an die Via Mühlhausen Thüringen GmbH & Co. KG erteilt. Die Projektgesellschaft hatte Anfang Oktober 2021 mit bauvorbereitenden Arbeiten begonnen.

DEGES-Bereichsleiter Ludger Sehr: „Wir freuen uns, nun termingerecht mit den Hauptbauleistungen beginnen zu können. Mit der Via Mühlhausen Thüringen haben wir einen kompetenten und leistungsstarken Vertragspartner gebunden, dessen Gesellschafter viel Erfahrung in der erfolgreichen Umsetzung komplexer Großprojekte vorweisen können.“


Philippe Rossignol, Geschäftsführer der Via Mühlhausen Thüringen: „Trotz der umfangreichen Arbeiten wird der Verkehr entlang der B 247 im Wesentlichen wie bisher weiterrollen können. Notwendige Verkehrseinschränkungen werden wir rechtzeitig ankündigen. Unser Anspruch ist eine jederzeit offene und transparente Kommunikation zum Bauablauf.“

Projektdetails
Der Ausbau der B 247 umfasst neben dem Neubau der Ortsumgehungen Mühlhausen, Höngeda, Großengottern und Schönstedt auch 31 Bauwerke, darunter zwei Brücken über die Unstrut und fünf Bahnbrücken, acht Anschlussstellen sowie rund sechs Kilometer weitere Landes- und Bundesstraßen zur Anbindung an die neue Strecke. Hinzu kommen zehn Regenrückhaltebecken und 59 Kilometer Entwässerungsleitungen sowie umfangreiche Maßnahmen des Umweltschutzes und Landschaftsbaus.


Die 24,4 Kilometer lange Projektstrecke wird mit zwei bis vier Fahrstreifen ausgestattet sein. In Spitzenzeiten werden allein im Baufeld etwa 220 der insgesamt 300 Arbeitskräfte tätig sein. Mehr als 60 schwere Bagger, Raupen und Walzen sowie 90 Lkw kommen entlang der Strecke zum Einsatz, um ca. 1,8 Mio. Kubikmeter Boden zu bewegen und ca. 280.000 Tonnen Asphalt aufzubringen. Neunzig Prozent der Ingenieurbauwerke – davon fünf im Bereich von Bahntrassen – sollen bis zur ersten Jahreshälfte 2024 fertiggestellt werden, die restlichen im dritten Quartal 2024.


Besondere Anforderungen stellt der Natur- und Umweltschutz an das Projekt. Der Ausbau wird deshalb von einer Umweltbaubegleitung gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden überwacht. Somit
wird sichergestellt, dass Amphibienschutzzäune, Überflughilfen für Fledermäuse sowie zusätzliche Schutzmaßnahmen für besonders schützenswerte Tierpopulationen fachlich kompetent geplant und umgesetzt werden.


Damit sich Anwohnerinnen und Anwohner sowie Verkehrsteilnehmende jederzeit gut informiert fühlen, wird Via Mühlhausen Thüringen im Auftrag des Freistaats Thüringen und der DEGES regelmäßige und umfassende Informationen zum Bauvorhaben bereitstellen, beispielsweise auf der Projektwebseite www.via-muehlhausen.de. Insbesondere die Anrainergemeinden und -verwaltungen werden über den gesamten Bauzeitraum aktiv einbezogen und mit umfangreichen Informationen persönlich und schriftlich auf dem Laufenden gehalten. Sperrungen, unvermeidbarer Baulärm und Umleitungen werden mit Pressemitteilungen angekündigt.


Hintergrund
Die Bundesstraße 247 ist Hauptbestandteil der überregionalen und regionalen Verkehrsverbindung zwischen den Wirtschaftsräumen Mittelthüringens, Südniedersachsens und Nordhessens. Sie stellt dabei die wesentliche Verbindung zwischen den Bundesautobahnen A 4, A 71 und A 38 dar und erschließt die autobahnfernen Mittelzentren Mühlhausen und Bad Langensalza. Der Neubauabschnitt Mühlhausen bis Bad Langensalza einschließlich der Ortsumgehungen Mühlhausen, Höngeda, Großengottern und Schönstedt wird als bundesweit erstes Bundesstraßenprojekt in Form einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) realisiert. Das ÖPP-Projekt beinhaltet Planungsleistungen, den Neubau, sowie die Erhaltung und Teilleistungen des Betriebs. Auch die teilweise Finanzierung der Leistungen für einen Zeitraum von 30 Jahren wird von Via Mühlhausen Thüringen mit den Gesellschaftern VINCI Concessions Deutschland GmbH und Via Erste Beteiligungsgesellschaft mbH übernommen. Bei dem als Verfügbarkeitsmodell (V-Modell) vergebenen Projekt richtet sich die Vergütung des privaten Betreibers nach der Qualität und Verfügbarkeit der Strecke für den Verkehr. Das Investitionsvolumen liegt über den gesamten Zeitraum bei rund 560 Mio. Euro, die vollständig vom Bund getragen werden.


Via Mühlhausen Thüringen baut nicht selbst, sondern vergibt Bauleistungen an die Bau-Arbeitsgemeinschaft „ARGE E VCT B247“, in der Tochtergesellschaften der VINCI-Gruppe in Deutschland (Eurovia, VINCI Construction Terrassement und Via Structure) in lokaler Partnerschaft mit Thüringer Unternehmen kooperieren.


Der französische Baukonzern VINCI Concessions mit 17.600 Mitarbeitern und operativen Projekten in 13 Ländern ist als Gesellschafter von Via Mühlhausen Thüringen nicht unbekannt in Thüringen. Die Nordumfahrung Eisenachs auf der A 4 und der Ausbau der A 9 zwischen der Anschlussstelle Lederhose und der Landesgrenze Thüringen/Bayern wurden ebenfalls im Rahmen öffentlich-privater
Partnerschaften realisiert.

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