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Ausbildungswillige Geflüchtete mit Bleibeperspektive im Fokus: Kooperationsprojekt zur Bildungsmesse zeigt nachhaltige Wirkung

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Im Nachgang der diesjährigen Bildungsmesse im Unstrut-Hainich-Kreis ziehen die beteiligten Partner ein durchweg positives Fazit des erstmals umgesetzten Kooperationsprojektes.

Auf Initiative von Landrat Thomas Ahke wurde die Bildungsmesse gezielt weiterentwickelt – mit einem klaren Schwerpunkt: ausbildungs- und arbeitswillige Menschen mit Bleibeperspektive frühzeitig und strukturiert in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Gemeinsam mit dem Jobcenter Unstrut-Hainich-Kreis, der Gemeinschaftsunterkunft Obermehler, der Volkshochschule Unstrut-Hainich sowie dem BfW – Unternehmen ist es gelungen, unterschiedliche Akteure entlang der Integrationskette eng zu verzahnen und passgenau aufeinander abzustimmen. Ziel war es, vorhandene Potenziale gezielt zu aktivieren, Hürden abzubauen und direkte Übergänge in Ausbildung und Beschäftigung zu ermöglichen.

Das Projekt richtete sich insbesondere an Menschen mit Migrationshintergrund und Bleibeperspektive mit einem Sprachniveau ab B1/B2 sowie an junge Menschen unter 25 Jahren mit Interesse an Ausbildung oder Beschäftigung.

Das Besondere des Projekts lag in der engen Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung der Teilnehmenden: Das Jobcenter lud rund 90 Kundinnen und Kunden gezielt zur Messe ein. Etwa 60 Prozent folgten dieser Einladung. Zudem waren 4 bewerberorientierte Vermittler vor Ort, die den Ausstauch mit Arbeitgebern genutzt und das Dienstleistungsangebot des Jobcenters in Bezug auf Arbeitskräfte, Fördermöglichkeiten usw. vorgestellt haben.

Die Bilanz fällt deutlich positiv aus:
Viele der begleiteten Teilnehmenden führten zielführende Gespräche, hinterließen Bewerbungen und vereinbarten teilweise bereits Praktika. Auch die Rückmeldungen der Unternehmen waren durchweg positiv – insbesondere die Qualität der Gespräche sowie die Unterstützung durch das Jobcenter wurden hervorgehoben. Erste Bedarfe, betriebliche Erprobungen usw. konnten bereits auf der Messe abgestimmt werden.

Auch die Gemeinschaftsunterkunft Obermehler war aktiv eingebunden. 20 Bewohnerinnen und Bewohner mit Arbeitsmarktinteresse und teils hoher Qualifikation – darunter Ingenieure, Lehrkräfte und IT-Fachkräfte – wurden durch die Mitarbeitenden der GU gezielt angesprochen.

Zuvor hatten die Bewohner gemeinsam mit den Sozialarbeitern der GU und den Mitarbeitenden des Bildungsträgers Bewerbungsmappen erstellt. Zur Bildungsmesse konnten schließlich 19 Teilnehmende zur Messe begleitet werden. Auch der Transport wurde durch die Mitarbeitenden der Gemeinschaftsunterkunft Obermehler bestens organisiert. Vor Ort führten die Teilnehmenden, unterstützt durch Sozialarbeiterinnen und einen Sprachmittler, zahlreiche Gespräche mit Arbeitgebern. Viele erhielten konkrete Hinweise zu beruflichen Perspektiven oder wurden zur Bewerbung um Praktikumsplätze ermutigt. Insgesamt bewerten die Verantwortlichen den Messebesuch als gewinnbringend und wichtigen Schritt im Integrationsprozess.

Die Volkshochschule Unstrut-Hainich mobilisierte ihre Kursteilnehmenden umfassend: Über 180 Lernende wurden zum Besuch der Messe informiert. Besonders im Berufssprachkurs B2 war der Messebesuch verbindlicher Bestandteil des Unterrichts. Weitere Kurse erhielten konkrete Arbeitsaufträge zur Vorbereitung und Nachbereitung des Besuchs.

Diese gezielte Einbindung ermöglichte es den Teilnehmenden, praxisnah mit Unternehmen in Kontakt zu treten und ihre beruflichen Perspektiven aktiv zu reflektieren.

Ergänzend nahmen auch Teilnehmende des GPS-Projektes des BfW – Unternehmen für Bildung gemeinsam mit ihren Jobcoaches an der Messe teil und nutzten die Gelegenheit für Gespräche mit potenziellen Arbeitgebern.

Landrat Thomas Ahke zeigte sich nach der Messe überzeugt von dem neuen Konzept: “ Wir haben hier bewusst Menschen angesprochen, die arbeiten wollen, die eine Perspektive haben und die bereit sind, sich einzubringen. Das Kooperationsprojekt hat gezeigt, welches Potenzial in einer engen Vernetzung von Arbeitsmarktakteuren, Bildungsträgern und sozialen Einrichtungen liegt. Die Bildungsmesse konnte dadurch nicht nur als Informationsplattform, sondern als konkreter Türöffner für Ausbildung und Beschäftigung genutzt werden. Eine Arbeit oder eine Ausbildung öffnet Tür und Tor für eine gelungene Integration.“

Die enge Verzahnung aller Beteiligten – von der Vorbereitung über die direkte Ansprache bis hin zur konkreten Vermittlung – macht das Projekt zu einem erfolgreichen Modell für eine praxisnahe und nachhaltige Arbeitsmarktintegration. Die entstandenen Kontakte und eingeleiteten Maßnahmen werden auch über die Messe hinaus Wirkung entfalten.

Bild: Matthäus Bartholomäus
Bild: Matthäus Bartholomäus