Diese unvorhergesehenen Schulschließungen stellen die Kreisverwaltung aktuell vor erhebliche Herausforderungen.
Im Rahmen eines Vor-Ort-Termins machten sich Landrat Thomas Ahke, Fachbereichsleiterin Cindy Engelhardt-Schütze, Christian Wegrich (Fachdienstleiter Schulverwaltung / Gebäude- und Liegenschaftsmanagement) sowie Alexander Blankenburg, Vorsitzender des Bildungsausschusses, ein umfassendes Bild von beiden Schulstandorten.
Am Standort Bruchstedt wurden sie von dem Schulleitungsteam Sabine Stilzebach und Melanie Fahrenberger sowie von Erwin Gerlach, Geschäftsführer der THEPRA, empfangen. Eindrucksvoll schilderten die Schulleiterinnen die tägliche pädagogische Arbeit: In der Schule werde nicht nur unterrichtet, sondern gezielt auf das Leben vorbereitet. Die pädagogische Konzeption folgt dem Leitgedanken „Selbsttätig am Leben lernen – individuell für jeden“. Beschult werden Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren mit primärem sonderpädagogischem Förderbedarf in der geistigen Entwicklung sowie mit zusätzlichen Beeinträchtigungen in den Bereichen Sprache, körperlich-motorische Entwicklung sowie emotionale und soziale Entwicklung. Aktuell werden im Förderzentrum 54 Schülerinnen und Schüler beschult, davon 50 aus dem Unstrut-Hainich-Kreis. Die hellen, freundlichen Räumlichkeiten sind optimal auf die besonderen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zugeschnitten und unterstützen die pädagogische Arbeit in besonderer Weise.
In der anschließenden Gesprächsrunde machte der Landrat deutlich, dass nur ein kurzer Zeitraum zur Verfügung stehe, um praktikable und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig setzte er ein klares Signal: Ab dem 01.08. wird es definitiv eine Lösung geben. Wie diese im Einzelnen aussehen wird, müsse im weiteren Dialog mit allen Beteiligten geklärt werden. Die klare Botschaft lautete: „Niemand wird im Regen stehen gelassen – der Landkreis ist sich seines Auftrags und seiner Verantwortung bewusst.“
Im Anschluss führte der Besuch an die Grundschule in Bad Langensalza. Aktuell werden dort noch 55 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Nach Bekanntwerden der Schließungsabsicht kam es bereits zu zahlreichen Schulabmeldungen. Als Gründe für die Schließungen wurden seitens des Schulträgers unter anderem sinkende Schülerzahlen, der Wettbewerb mit anderen Schulen sowie eine nicht auskömmliche staatliche Finanzhilfe bei beiden Schulen genannt.
Beide Schulschließungen – insbesondere jedoch die des Förderzentrums – stellen die Verwaltung vor große Herausforderungen. Das klare Signal des Landkreises ist, um die bestmöglichen Lösungen zu ringen, auch wenn derzeit noch nicht abschließend gesagt werden kann, wie diese konkret aussehen werden. Aktuell hat das Landratsamt die THEPRA um die Erstellung von Verkehrswertgutachten für beide Schulgebäude gebeten, da diese für die weiteren Gespräche zwingend erforderlich sind.
Dem Landkreis ist es wichtig, Eltern, Schulleitungen sowie Schülerinnen und Schüler in diesem sensiblen Prozess mitzunehmen. Daher wird transparent und fortlaufend informiert, sobald neue Erkenntnisse und Entscheidungen vorliegen.










