Damit ist ein wichtiger Schritt getan, um die dringend notwendige Sanierung der traditionsreichen Schule auf den Weg zu bringen. Der Fördermittelbescheid selbst steht zwar noch aus, doch mit der nun vorliegenden Zusage ist der Weg für die weitere Planung frei.
Das Schulgebäude der Martinischule wurde 1889 errichtet und ist damit eines der ältesten Schulgebäude im Kreis. Der Sanierungsbedarf ist entsprechend groß: Das Dach ist undicht, im Gebäude gibt es Feuchteschäden und Schimmel im Kellergeschoss. Die innenliegende Schulsporthalle ist seit 2022 gesperrt und auch die Sanitär- und Umkleidebereiche sind stark sanierungsbedürftig. Für die Vereine, die die Halle mitnutzen, stehen bislang nur unzureichende Umkleide- und Sanitärbereiche zu Verfügung.
Hinzu kommen eine veraltete Elektroanlage, fehlende digitale Infrastruktur, hohe Wärmeverluste durch eine nicht gedämmte Geschossdecke sowie renovierungsbedürftige Sanitäranlagen. Insgesamt steht die Schule damit vor einer umfassenden Sanierung und Modernisierung.
Mit den Fördermitteln sollen unter anderem folgende Arbeiten umgesetzt werden:
- Erneuerung der Heizungs- und Elektroanlage, ggf. Umstellung auf Fernwärme
- Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen sowie der Sanitärbereiche
- Umsetzung bisher offener Brandschutzmaßnahmen
- Akustik- und Schallschutzmaßnahmen sowie Sonnenschutz
- Erneuerung der Beleuchtung (LED) und Aufbau moderner IT-Infrastruktur
- Bodenbeläge, Malerarbeiten und Fassade inklusive Mauerwerkssanierung
- Sonnenschutz
- Herstellung der Barrierefreiheit
- Neubau einer Schulsporthalle
Der Landkreis wird bei der Gesamtinvestition in Höhe von ca. 9 Millionen Euro einen Eigenanteil in Höhe von 3 Millionen tragen.
Während der Sanierungsarbeiten wird der Schulbetrieb an einem anderen Standort weitergehen. Die 243 Schülerinnen und Schüler der dreizügigen Grundschule sollen ab Herbst 2026 übergangsweise in das derzeitige Gebäude der Volkshochschule umziehen. Die Volkshochschule wiederum, wird für die Dauer der Sanierungsarbeiten in das gebäude der kreismusikschule am Lindenbühl untergebracht. Damit ist die Sanierung auch organisatorisch eine große Herausforderung für viele Beteiligte und muss daher sorgfältig vorbereitet werden.
Aktuell wird die Entwurfsplanung erarbeitet. Parallel laufen die Abstimmungen mit den Genehmigungsbehörden. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Die Bauzeit wird auf etwa eineinhalb bis zwei Jahre geschätzt.
„Die Zustände an der Martinischule waren schlicht nicht länger haltbar. Es ist mir ein persönliches Herzensanliegen, dass hier endlich bessere Bedingungen für unsere Kinder und Lehrkräfte geschaffen werden. Es ist eine Schande, dass die Schülerinnen und Schüler über so lange Zeit unter diesen Umständen lernen mussten. Dieses Projekt hat deshalb viel Vorarbeit und Geduld erfordert, um nun endlich umgesetzt werden zu können. Ich bin mir sicher: Wir schaffen hier eine deutliche Verbesserung der Lern- und Arbeitsatmosphäre – und damit ein Schulumfeld, das den Namen Bildungsstätte wirklich verdient.“, so Landrat Thomas Ahke.
