Der Einladung zur Besichtigung der Beratungsstelle durch die neue Leiterin Mandy Prütz folgten Thomas Ahke, die Fachdienstleiterin des Fachdienstes Gesundheit Nadin Deistung sowie der kommissarische medizinische Leiter des Gesundheitsamtes Unstrut-Hainich-Kreis Dr. Konstantin Hierl gern.
In der Eisenacher Straße 13b in Mühlhausen wurde durch das engagierte Team rund um Leiterin Mandy Prütz ein Ort geschaffen, an dem Menschen Hilfe finden, oft in Momenten, in denen sie selbst keinen Ausweg mehr sehen. Die Beratungsstelle der Suchthilfe in Thüringen (SiT) begleitet Betroffene und ihre Angehörigen auf dem Weg aus der Abhängigkeit. Neben der Beratungsstelle in Mühlhausen gibt es zudem eine Zweigstelle im Rathaus der Stadt Bad Langensalza. Auch dort stehen an drei Tagen in der Woche Ansprechpartnerinnen für Betroffene und Angehörige zur Verfügung.
Mandy Prütz und Geschäftsführer der Suchthilfe in Thüringen David Fritzlar nahmen sich viel Zeit, die vielfältigen Angebote vorzustellen. Die Einrichtung berät Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen von Alkohol und illegalen Drogen über Medikamente bis hin zu Verhaltenssüchten wie Glücksspiel oder exzessiver Internetnutzung. Auch Angehörige finden hier Unterstützung.
Neben Einzelgesprächen – im vergangenen Jahr waren es rund 2.000 bei etwa 400 Klientinnen und Klienten – spielt die Gruppenarbeit eine große Rolle in der Beratungsstelle. „Hier erleben viele zum ersten Mal, dass sie mit ihrer Situation nicht allein sind“, so Prütz.
Zum Angebot gehören unter anderem die Begleitung in Krisensituationen, die Vermittlung in Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlungen, Nachsorgeprogramme sowie Präventionsarbeit in Schulen. Auch spezielle Formate wie FreD-Kurse für junge Erstauffällige oder die Vorbereitung auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) sind fester Bestandteil des Arbeitsalltages der Beratungsstelle.
Im Gespräch zwischen den Vertretern des Landratsamtes und dem Team der Beratungsstelle wurde aber auch deutlich, dass sich die Herausforderungen bei der Suchthilfe im Laufe der Jahre verändern. „Wir beobachten, dass das Einstiegsalter sinkt“, berichtete Prütz. Besonders das Thema Vapes sei aktuell an Schulen sehr präsent. Der Mischkonsum verschiedener Substanzen – etwa von Opioiden wie Fentanyl, Ketamin oder Tilidin – spiele ebenfalls eine immer größere Rolle.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit mit Angehörigen. Immer häufiger wenden sich Eltern an die Beratungsstelle, wenn sie feststellen, dass ihre Kinder bereits früh mit Cannabis oder anderen Substanzen in Kontakt kommen. Aus diesem Grund hat die Beratungsstelle in Mühlhausen seit diesem Jahr auch eine Angehörigengruppe etabliert.
Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Landratsamt und der Suchthilfe in Thüringen bildet dabei ein wichtiges Fundament. Die SiT übernimmt im Auftrag des Landkreises zentrale Aufgaben von der Beratung über die Vermittlung in Hilfsangebote bis hin zur Präventionsarbeit an Schulen. Auch in der Nachsorge und Stabilisierung von Betroffenen ist sie ein verlässlicher Partner. Regelmäßige Abstimmungen, gemeinsame Netzwerkarbeit und die Zusammenarbeit mit der Selbsthilfekontaktstelle und dem Sozialpsychiatrischen Dienst des Fachdienstes Gesundheit sorgen dafür, dass Hilfen ineinandergreifen.
Dass dieses System trägt, zeigte sich auch beim Besuch. Die Suchthilfe in Thüringen betreibt ein landesweites Netzwerk mit neun Beratungsstellen, zwölf Wohngruppen, einer Fachklinik in Marth und zwei Adaptionseinrichtungen – ein starkes Fundament für die Unterstützung suchtkranker Menschen.
Für Landrat Thomas Ahke wurde vor Ort vor allem eines deutlich: Hinter den Zahlen stehen Schicksale. Und hinter der Arbeit der Beratungsstelle stehen Menschen, die mit großem Engagement helfen. Ein Eindruck, der bleibt und der zeigt, wie wichtig diese Arbeit für den Landkreis ist.
Ein großer Dank gilt Mandy Prütz, ihrem Team in der Beratungsstelle sowie an Geschäftsführer David Fritzlar für diese wertvollen Einblicke in die tägliche Arbeit der Beratungsstelle.

