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Kleiner Verein – großes Museum: Landrat Thomas Ahke zu Besuch im Fernmeldemuseum Mühlhausen

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Von außen eher unscheinbar, verbirgt sich hinter der Adresse An der Burg 1 ein wahrer Schatz technikhistorischer Erinnerungskultur: das Fernmeldemuseum Mühlhausen. In den ehemaligen Räumen der Deutschen Telekom wird hier seit 25 Jahren mit Leidenschaft und Fachkenntnis Fernmeldegeschichte lebendig gehalten – und das nicht nur zum Anschauen, sondern vor allem zum Ausprobieren, Erleben und Verstehen.

Gemeinsam mit Vertreterinnen der städtischen Museen Mühlhausen wurde Landrat Thomas Ahke im Juli durch Mitglieder des Vereins eine exklusive Führung durch die beeindruckende Sammlung geboten.

Wer bei einem technischen Museum an stille Ausstellungsstücke hinter Glas denkt, wird hier schnell eines Besseren belehrt: Fast alle gezeigten Geräte und Anlagen sind funktionstüchtig – Besucherinnen und Besucher dürfen nicht nur schauen, sondern selbst Hand anlegen. Wählscheibe statt Touchscreen, Fernschreiber statt E-Mail – besonders die jüngeren Gäste können erleben, wie Kommunikation früher funktionierte.

Der Verein, der das Museum betreibt, hat es sich zur Aufgabe gemacht, „den Besuchern zu zeigen, wie in den letzten 135 Jahren telefoniert und in den letzten 155 Jahren ferngeschrieben wurde.“ Und das gelingt eindrucksvoll.

Zu sehen gibt es u. a. funktionsfähige Ortsbatterie-Vermittlungseinrichtungen und historische Apparate aus den Jahren 1904 und 1905, bei denen der Rufstrom noch mit einer Handkurbel erzeugt wurde. Telefonanlagen von 1919 bis 1989 demonstrieren die Entwicklung bis zur automatischen Vermittlungstechnik.

Ein Highlight: originale Bellsche Telefone aus den 1880er Jahren sowie Fernschreibgeräte aus der Zeit von 1943 bis 1990. In Glasvitrinen lässt sich zudem die Entwicklung der Mobiltelefone nachverfolgen – von den ersten tragbaren Geräten bis hin zum heutigen Smartphone.

Im Keller des Gebäudes befinden sich zudem Feldfernsprecher ab 1916, Glasfaserkabel und -bauteile, Mess- und Prüfgeräte sowie ein Abschnitt des ersten in Deutschland verlegten Fernmeldekabels. So erhalten Besucher Einblicke in Technik und Handwerk ganzer Generationen.

Gegründet wurde der Museumsverein im März 2000 von 26 engagierten Telekom- und Post-Mitarbeitern aus Mühlhausen, Heiligenstadt und Umgebung – mit dem Ziel, die technischen Errungenschaften der Fernmeldegeschichte für kommende Generationen zu bewahren. Heute wie damals bringen sie Herzblut, Fachwissen und auch eine gute Portion Humor mit, um Geschichte weiterzugeben.

Landrat Thomas Ahke zeigte sich tief beeindruckt von der Vielfalt der Exponate und dem leidenschaftlichen Engagement des Vereins: „Was dieser kleine Verein hier geschaffen hat, ist wirklich außergewöhnlich. Hier wurde Technikgeschichte spannend für alle Generationen aufgearbeitet. Ohne Menschen wie die Mitglieder dieses Vereins würde vieles an Wissen und Erinnerung verloren gehen. Ich bin dankbar, dass es solche Initiativen gibt – und begeistert von dieser kleinen Perle mitten in Mühlhausen.“

In diesem Jahr feiert das Fernmeldemuseum sein 25-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums lädt der Verein am 11. Oktober 2025 von 10:00 bis 17:00 Uhr herzlich zum Tag der offenen Tür ein. Alle Interessierten sind eingeladen, in die faszinierende Welt der Kommunikationstechnik einzutauchen – spannend, lehrreich und garantiert unterhaltsam.

Ein herzliches Dankeschön an die Vereinsmitglieder für diesen informativen und kurzweiligen Einblick in ein Stück Technikgeschichte mitten in Mühlhausen!