Landrat Thomas Ahke ließ sich jetzt selbst durch die Klinik führen. Zusammen mit Rebecca Küllmer vom Regionalmanagement Nordthüringen informierte er sich über die dort geleistete Arbeit und bekam Einblicke in die Einrichtung.
Was die Klinik besonders macht? Dr. med. Martin Groß, Ärztlicher Direktor, bringt es auf den Punkt: „Wir holen Menschen zurück ins Leben.“ Das klingt nach einem großen Versprechen – ist hier aber gelebter Alltag. Denn in Bad Tennstedt werden Menschen behandelt, die nach einem schweren Schlaganfall, einer Schädel-Hirn-Verletzung, Operationen oder neurologischen Erkrankungen oft ganz am Anfang stehen – nicht selten sogar noch im Koma liegen.
Von der neurologischen Intensivbehandlung über die Frührehabilitation bis zur Rückkehr in Alltag und Beruf: Die Klinik begleitet ihre Patientinnen und Patienten auf einem oft langen, aber ganzheitlich unterstützten Weg. 85 Betten stehen allein im Bereich der neurologischen Frührehabilitation, in der besonders schwer neurologisch erkrankte Patienten behandelt werden, zur Verfügung – dazu kommen rund 170 weitere Betten für orthopädische und neurologische Rehabilitation sowie Anschlussheilbehandlungen.
Zum Einsatz kommen in den hellen und freundlichen Räumlichkeiten auch computergestützte Trainingssysteme, ein Schwimmbad, Sauna, moderne Therapieräume, Freizeitangebote und sogar eine Testarbeitsumgebung, in der Patientinnen und Patienten unter realistischen Bedingungen ausprobieren können, ob und wie sie wieder in ihren Beruf zurückkehren können.
Und auch im medizinischen Bereich ist die Klinik bestens ausgestattet: Patienten, die noch Beatmung, intensivmedizinische Versorgung oder Monitorüberwachung benötigen, werden hier ebenso versorgt wie Menschen mit Rückenleiden oder neuen Hüft- und Kniegelenken. „Je früher Patienten hier sind, desto besser können wir helfen“, erklärt Dr. Groß beim Rundgang durch die Fachklinik für Neurologie.
Aktuell arbeiten rund 350 Beschäftigte in der Klinik – beispielsweise im ärztlichen, therapeutischen, pflegerischen, technischen und dem Verwaltungsbereich.
Der Großteil der Mitarbeitenden ist direkt am Menschen tätig. „Rehabilitation ist immer eine Teamleistung, bei der sehr unterschiedliche Professionen auf Augenhöhe zusammenarbeiten, damit der Patient die bestmögliche Lebensqualität und Teilhabe erreichen kann“, erklärt Dr. Groß. Derzeit sucht die Klinik noch weitere Verstärkung im Bereich der Pflege und ist daher insbesondere bemüht, Pflegefachkräfte für sich zu gewinnen.
Die Klinik geht zur Personalgewinnung inzwischen auch internationale Wege: Pflegekräfte aus Tunesien, Mexiko, Kolumbien und Indonesien helfen, die Lücken zu schließen. 35 neue Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Ländern sind bereits über ein spezielles Programm zum Team hinzugekommen. Gleichzeitig setzt man auf eigene Ausbildung – jedes Jahr starten bis zu zehn neue Azubis ihre Laufbahn in Bad Tennstedt.
Pflegedienstleiterin Alexandra Köhler leitet ein Team von 130 Pflegekräften – viele von ihnen haben in den vergangenen Jahren alles gegeben. Während der Corona-Pandemie arbeitete die Klinik an der Belastungsgrenze.
Die MEDIAN Klinik in Bad Tennstedt ist Teil der größten privaten Klinikgruppe Deutschlands – MEDIAN – mit mehr als 120 Einrichtungen bundesweit. Doch trotz der Zugehörigkeit zum Konzern ist die Klinik in Bad Tennstedt tief in der Region verankert. Die Zusammenarbeit mit den regionalen Krankenhäusern ist sehr gut“, betont der kaufmännische Leiter Andreas Hopp. Die Patientinnen und Patienten kommen nicht nur aus dem Unstrut-Hainich-Kreis, sondern auch aus weiter entfernten Städten wie Erfurt, Nordhausen, Halle, Jena und Göttingen – sogar aus Berlin gibt es bereits Anfragen. Damit beweist die MEDIAN Klinik Bad Tennstedt ihre überregionale Bedeutung und ihren hervorragenden Ruf.
„Für unseren ländlichen Raum ist so eine Klinik Gold wert“, sagte Landrat Ahke beim Rundgang. „Sie bietet moderne Medizin, wichtige Arbeitsplätze und bringt Menschen zurück ins Leben.“ Und das an einem Ort, wo auch echtes Heilwasser fließt: Nur wenige Schritte von der Klinik entfernt sprudelt mit dem „Stinkenden Molch“ eine der stärksten Schwefelquellen Deutschlands – ein Sinnbild für die heilende Kraft, die Bad Tennstedt und die MEDIAN Klinik zu bieten haben. Mitten in Thüringen, mitten im Grünen und mit überregionaler Strahlkraft für den Unstrut-Hainich-Kreis.



