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Neuer Geschäftsführer für den regionalen ÖPNV

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Rahul Kumar übernimmt Geschäftsführung der Regionalbus-Gesellschaft Unstrut-Hainich- und Kyffhäuserkreis mbH sowie der Stadtbus-Gesellschaft Mühlhausen und Sondershausen mbH

Zum 01. Februar 2026 hat Rahul Kumar seine Tätigkeit als neuer Geschäftsführer der Regionalbus-Gesellschaft Unstrut-Hainich- und Kyffhäuserkreis mbH sowie der Stadtbus-Gesellschaft Mühlhausen und Sondershausen mbH aufgenommen. In den vier Wochen zuvor erfolgte eine strukturierte Übergabe gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer Nils Oppermann, der künftig die Geschäftsführung der Verkehrsgesellschaft Südharz mbH (VGS) übernehmen wird. Seit dem 1. Februar liegt die alleinige Geschäftsführung bei Rahul Kumar. Leerlaufzeiten konnten durch das frühzeitige Ausschreibungsverfahren und die darauffolgende eng abgestimmte Übergabe vermieden werden.

Die offizielle Vorstellung des neuen Geschäftsführers fand im Beisein von Antje Hochwind-Schneider, Landrätin des Kyffhäuserkreises, sowie Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises Thomas Ahke, statt. Beide Landräte unterstrichen die Bedeutung einer verlässlichen und zukunftsorientierten Führung für den öffentlichen Personennahverkehr in den beiden Landkreisen. Angesichts der wachsenden finanziellen, technischen und personellen Herausforderungen im ländlichen Raum sei eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen von großer Bedeutung.

Rahul Kumar ist kurz vor Weihnachten für seine neue berufliche Herausforderung von Karlsruhe nach Erfurt gezogen. Die gute Verkehrsanbindung ermöglicht ihm eine enge Verbindung in seine Heimatregion und erleichtert zugleich die Wahrnehmung seiner neuen Aufgaben im Herzen von Thüringen.

Dem Auswahlverfahren für die Geschäftsführung gingen rund 20 Bewerbungen und 12 Vorstellungsgespräche voraus. Nach einer engen Endauswahl von fünf bis sechs Kandidaten fiel die Entscheidung auf Rahul Kumar. Trotz anfänglicher Überlegungen, warum ein Kandidat mit ausgeprägter Großstadterfahrung bewusst in eine ländlich geprägte Region wechselt, überzeugten sein fachlicher Hintergrund, seine Motivation und seine klare Vorstellung von der Weiterentwicklung des ÖPNV. Die Vertragsverhandlungen verliefen zügig und mündeten in einem Fünfjahresvertrag, der die notwendige Planungssicherheit für langfristige Entwicklungsprozesse bietet.

Rahul Kumar bringt umfassende praktische und fachliche Erfahrung mit und kennt das Busgeschäft von Grund auf. Er absolvierte eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb und kann damit auch selbst Bus fahren. Es folgten Tätigkeiten als Straßenbahnfahrer, Busfahrer sowie Fahrausweisprüfer in Nürnberg, wodurch er alle operativen Ebenen des Fahrbetriebs aus eigener Erfahrung kennt. Ergänzend qualifizierte er sich zum Fachwirt für Personenverkehr und Mobilität und legte die Fachkundeprüfung Omnibus ab.

Weitere berufliche Stationen führten ihn unter anderem in die Betriebsplanung sowie in die Leitung von Stadtbusverkehren mit ländlichen Rahmenbedingungen. Zuletzt war er bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe tätig und leitete dort die Abteilung Fahrbetrieb. In dieser Funktion verantwortete er die Einstellung, Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie die Betreuung von rund 500 Mitarbeitenden. Diese außergewöhnliche Bandbreite an Erfahrungen bildet die Grundlage für seine jetzige Tätigkeit als Geschäftsführer, die er im Alter von 29 Jahren antritt.

Die Herausforderungen für den ÖPNV in der Region wurden im Rahmen des Vorstellungstermins von den Beteiligten klar benannt: eine knappe Personaldecke, ein hoher Altersdurchschnitt der Belegschaft, natürliche Abgänge, deutlich gestiegene Tarifabschlüsse sowie stark zunehmende Betriebskosten. Gleichzeitig stehen die Landkreise vor erheblichen finanziellen Belastungen. Vor diesem Hintergrund setzt die neue Geschäftsführung verstärkt auf Ausbildung, insbesondere von Fahrern und Kfz-Mechatronikern, auf die Einstellung von Quereinsteigern sowie auf eine Kooperation mit dem Jobcenter. Ein bereits im Herbst gestartetes Pilotprojekt zur beschleunigten Grundqualifikation von Fahrern, umgesetzt gemeinsam mit Jobcenter und Arbeitsagentur, ist ein erster wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung.

Darüber hinaus steht die Erneuerung des Busbestandes, Fragen der Finanzierung, die Digitalisierung von Strukturen und Prozessen sowie die Antriebe der Zukunft im Fokus. Zur Entwicklung belastbarer Perspektiven ist die Beauftragung eines externen Fachbüros vorgesehen. Perspektivisch werden auch Themen wie bargeldloser Zahlungsverkehr an Bedeutung gewinnen.

Für die zukünftige Ausgestaltung des Angebots spielt zudem die Weiterentwicklung eines integralen Taktfahrplans für Thüringen eine zentrale Rolle. „Ziel ist es, den regionalen Busverkehr stärker untereinander und mit dem Schienenverkehr zu verknüpfen, verlässliche Anschlüsse zu schaffen und die Einstiegshürden für Fahrgäste weiter zu senken.“ so Rahul Kumar. Das Deutschlandticket stellte hierbei einen wichtigen Schritt dar, bringt jedoch zugleich Einnahmeverluste mit sich, die berücksichtigt werden müssen.

Mit der Entscheidung für Rahul Kumar setzen beide Landkreise ein klares Signal: Der ländliche Raum ist ein attraktiver Arbeits- und Gestaltungsort für qualifizierte Fach- und Führungskräfte. Mit seiner umfassenden Praxiserfahrung, seinem strategischen Blick und seinem Engagement für eine zukunftsfähige Mobilität bringt Rahul Kumar beste Voraussetzungen mit, den öffentlichen Personennahverkehr im Unstrut-Hainich- und Kyffhäuserkreis nachhaltig, modern und verlässlich weiterzuentwickeln.