• Knapp 120 Teilnehmende bei Partizipationsworkshops des Gemein-schaftsprojekts zur Entwicklung eines Strategischen Regionalentwicklungs-konzepts (SREK) in Nordthüringen
• Regionale Akteure diskutieren über lokalen Mehrwert bei Projekten für die zukünftige Energieversorgung
Nach drei erfolgreichen Auftaktveranstaltungen im Oktober vergangenen Jahres ist das Projekt „Nordthüringen regenerativ“ in die nächste Arbeitsphase übergegangen. In bilateralen Gesprä-chen mit über 40 verschieden Akteuren aus der Region wurden in den letzten Monaten gemein-same Schwerpunktthemen und Ideen für die Ausgestaltung des Strategischen Regionalentwick-lungskonzepts gesammelt. Aufbauend auf den Auftaktveranstaltungen des Projekts, haben sich durch die Gespräche drei Handlungsfelder und sechs strategische Schwerpunktthemen heraus-kristallisiert. Diese wurden im Rahmen der Partizipationsworkshops vorgestellt, zur Diskussion gegeben und weiter konkretisiert. Ziel der Workshops war es, den Auftakt für Projekte zur kli-maneutralen Energieversorgung und Steigerung der lokalen Wertschöpfung zu schaffen und alle für eine Umsetzung erforderlichen Akteure einzubinden. In den nächsten Monaten werden wei-tere projektspezifische Abstimmungstermine mit den jeweiligen Konsortien angesetzt, um die Umsetzung und Verstetigung der Projektarbeit zu erreichen.
Zu Beginn der Partizipationsworkshops wurden die aktuellen Ergebnisse der Energiesystemmo-dellierung vom Fraunhofer IOSB-AST vorgestellt. Dabei wurde deutlich, wie sich eine kosten-günstige, zuverlässige und klimafreundliche Energieversorgung zusammensetzt und welche Potenziale zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung bestehen. Daher wurde der begonnene Beteiligungsprozess mit Akteuren aus Nordthüringen nun gezielt weitergeführt. Entgegen den Auftaktveranstaltungen waren die Workshops thematisch unterschiedlich ausgerichtet. Je Ter-min wurden zwei strategische Schwerpunktthemen behandelt und vertiefend diskutiert.
In Mühlhausen standen die Themen „Dekarbonisierung von Produktionsprozessen“, also die Frage, wie Effizienzmaßnahmen und erneuerbare Energien industrielle Standorte stärken kön-nen, sowie „Perspektive Wasserstoff ?“ im Mittelpunkt, welche die regionalen Entwicklungen für Erzeugung, Nachfrage und zukünftige Einsatzfelder betrachtete. Der Workshop in Sondershau-sen widmete sich der Positionierung Nordthüringens als „Energieregion für Industrie und Ge-werbe“, insbesondere den Chancen durch gezielt ausgebaute Energieinfrastrukturen und die Nutzung energetischer Synergien zur Stärkung der Wirtschaftsstandorte, sowie dem Thema „Konsequente Erschließung von Ab- und Umgebungswärme“ mit Blick auf die Dekarbonisierung von Wärmenetzen und die Identifikation geeigneter Netzgebiete. Abschließend behandelte der Workshop in Nordhausen die Themen „Information und Bildung als Schlüssel“, mit Fokus auf fehlende Informationsangebote und neue Weiterbildungs- und Beteiligungsformate, sowie „Er-zeugen, Verbrauchen, Beteiligen: Lokal“, welches den Austausch zwischen Erzeugern, Unter-nehmen, Bürgern und Kommunen ins Zentrum der Gespräche rückte.
Die bis hierhin in Ansätzen entwickelten Pilotprojekte wurden hinsichtlich ihrer Umsetzung und der notwendigen beteiligten Akteure diskutiert. Darauf aufbauend folgen nun weitere projekt-spezifische Arbeitsgruppen, um frühzeitig bestmögliche Voraussetzungen für eine nachhaltige Zusammenarbeit zu schaffen. Bis zum Abschluss im Oktober 2026 entsteht ein wissenschaft-lich fundiertes, praxisnahes und regional verankertes Strategisches Regionalentwicklungskon-zept (SREK), das den besonderen Bedingungen der Region Rechnung trägt und die Souveränität der Region im Umgang mit den Herausforderungen der Energiewende stärkt. Das SREK soll als fundierte Strategie mit klaren Handlungsempfehlungen als Grundlage für die zukünftige Ent-wicklung Nordthüringens dienen.
Aktuelle Informationen zum Projekt, zu Veranstaltungen und Mitwirkungsmöglichkeiten finden Interessierte weiterhin unter nt-regenerativ.de. Interessierte Institutionen können sich wei-terhin jederzeit aktiv einbringen und sich bei Fragen und Anregungen an das Projektteam wen-den.
„Nordthüringen regenerativ“ wird im Rahmen des Bundesprogramms RegioStrat durch das Bun-desministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) gefördert. Die Region Nordthüringen wurde als eine von 13 Regionen bundesweit für das Fördervorhaben ausgewählt.
Kontakt: info@nt-regenerativ.de
Über das Regionalmanagement Nordthüringen: Das landkreisübergreifende Regionalma-nagement „Perspektive Nordthüringen“ als Zusammenschluss des Kyffhäuserkreises, des Land-kreises Nordhausen und des Unstrut-Hainich-Kreises entwickelt Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Nordthüringen. In den vergangenen Jahren konnten gemeinsam mit regi-onalen Partnern zahlreiche Projekte in den Handlungsfeldern Gewerbe und Wirtschaft, Arbeits-markt und Fachkräfte, Infrastruktur und Standortqualität sowie Regionalmarketing umgesetzt werden. Besonders im Fokus stehen dabei die Gewinnung und Bindung von Fachkräften und die Vermarktung der Region als ein attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten. (www.perspektive-nordthueringen.de)
Über das Fraunhofer IOSB-AST: Das Fraunhofer IOSB-AST in Ilmenau ist ein Forschungs-institut, das innovative Lösungen für die Steuerung und Optimierung komplexer Systeme ent-wickelt. Die Abteilung Kognitive Energiesysteme (KES), durch die das Projekt begleitet wird, beschäftigt sich mit Fragestellungen aus dem Bereich der Digitalisierung und Optimierung von Energiesystemen, einschließlich Prognosen, Energiemanagement und IT-Sicherheit. Mit der Software EMS-EDM PROPHET unterstützt das Institut über 30 Energieversorger in Deutschland. Zudem bietet es Schulungen an und entwickelt im Rahmen praxisnaher Forschungsprojekte zukunftsweisende Technologien, um die Energiewende aktiv mitzugestalten.
Über die Hochschule Nordhausen: Seitens der Hochschule Nordhausen wird dieses Projekt durch das 2009 gegründete In-Institut für Regenerative Energietechnik (in.RET) bearbeitet. Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit des in.RET liegen in der Entwicklung von regenera-tiven Energiewandlern und der Simulation von Energiesystemen. Die Überprüfung von Konzep-ten oder die Entwicklung von Verfahren und Produkten, aber auch der Einsatz regenerativer Energietechnologien und ihrer Integration in bestehende Strukturen sind Gegenstand der For-schungs- und Entwicklungstätigkeit. Ferner berät das in.RET Unternehmen, Einrichtungen und Behörden zu Fragen der Energieeffizienz und Energienutzung. Auch nimmt das Institut gut-achterlich Stellung zu Fragen der Energieversorgung, der regenerativen Energietechnik sowie der Energiepolitik.
Über den ThEEN e.V.: Das ThEEN-Innovationscluster ist ein Kompetenznetzwerk für die visi-onäre und vor-wettbewerbliche Entwicklung von Transformationstechnologien. Als mit dem ECEI Silber Label ausgezeichnetes Exzellenzcluster vernetzt ThEEN relevante Akteure aus (Ener-gie-)Wirtschaft, Industrie, Forschung und Verwaltung durch Politikberatung, Fachveranstaltun-gen sowie bundesweit wirksame Öffentlichkeitsarbeit. ThEEN bearbeitet zudem mit Partnern angewandte Forschungsprojekte im Bereich der Dekarbonisierung in enger Zusammenarbeit mit Thüringer Unternehmen.


