Ziel dieser Betrugsversuche ist es, Bürgerinnen und Bürger zur Zahlung vermeintlicher „Sicherheitsleistungen“ zu veranlassen.
Dem Landratsamt liegt ein konkreter Fall vor, bei dem sich eine Person telefonisch bei einer Bürgerin gemeldet und sich als Mitarbeiter der Ausländerbehörde Unstrut-Hainich-Kreis ausgegeben hat. In der Folge erhielt die Betroffene eine E-Mail von der Adresse "info@muehlhausen.de", die fälschlicherweise den Eindruck erweckte, von der Ausländerbehörde zu stammen. In den E-Mails wurde die Betroffene aufgefordert, eine Sicherheitsleistung in Höhe von einmal 1.000 Euro sowie einmal 900 Euro zu überweisen. Als Zahlungsziele wurden Konten in Litauen und Deutschland angegeben.
Diese E-Mails stammen nicht von der Ausländerbehörde des Landratsamtes Unstrut-Hainich-Kreis. Die Behörde fordert grundsätzlich keine Zahlungen per E-Mail an. Auch Absenderadressen wie @muehlhausen.de oder andere fremde Domänen in Verbindung mit einer E-Mail-Signatur der Ausländerbehörde Unstrut-Hainich-Kreis sind ein deutliches Anzeichen für Betrugsversuche.
Das Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis stellt an dieser Stelle jedoch eindeutig klar, dass die im Text genannte städtische E-Mail-Adresse der Stadt Mühlhausen selbst nicht unsicher oder kompromittiert ist. Tatsächlich handelt es sich um sogenannte maskierte bzw. gefälschte Absenderadressen (E-Mail-Spoofing). Dabei wird eine Absenderadresse technisch nachgebildet, ohne dass die echte Domain oder ein tatsächliches Postfach der Stadt genutzt oder angegriffen wurde. Die Stadtverwaltung Mühlhausen verfügt über sichere interne Strukturen, und es liegen keine Hinweise auf kompromittierte städtische E-Mail-Konten vor. Betrüger nutzen häufig frei verfügbare technische Methoden zum Fälschen von Absenderadressen, um Vertrauen zu erwecken.
Zur Erkennung solcher Fake-E-Mails gibt das Landratsamt folgende Hinweise:
- Absenderadresse stimmt nicht mit der offiziellen Domain des Landratsamtes überein (@uh-kreis.de)
- inhaltliche oder sprachliche Unstimmigkeiten (z. B. falsche Öffnungszeiten, untypische Formulierungen)
- Aufforderung zu Zahlungen per E-Mail oder Angabe ausländischer Bankverbindungen
- Nutzung der tatsächlichen Anschrift des Landratsamtes in der Signatur zur Täuschung der Echtheit
Das Landratsamt bittet alle Bürgerinnen und Bürger um besondere Vorsicht:
Sollten Sie eine verdächtige E-Mail oder einen Anruf dieser Art erhalten, leisten Sie keine Zahlungen, geben Sie keine persönlichen Daten preis und nehmen Sie unverzüglich Kontakt mit der Ausländerbehörde oder der Polizei auf.
Eine betroffene Bürgerin hat bereits Anzeige erstattet. Nach Rücksprache mit der Kriminalpolizei wurden die Ermittlungen aufgenommen.